11.01.2008 18:00

Sterbehilfe - kein Kommerz!

 

Sterben in Würde.


Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hat kürzlich an ihrem CDU-Treffen die schweizerische Praxis der Sterbehilfe durch Dignitas massiv als unakzeptabel und menschenunwürdig bezeichnet. Diese Worte gegenüber der Schweiz sind mehr als berechtigt. Die Sterbehilfe-Organisation Dignitas bietet gezielt die Freitodbegleitung vor allem für sterbewillige Personen aus dem Ausland an. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten ist Dignitas ohne Einverständnis des Hoteliers in Hotels und sogar in mobile Einrichtungen auf Parkplätzen ausgewichen. Von einem würdevollen Sterben keine Spur.

Unwürdig: Dignitas befördert sterbewillige Menschen noch am Tag ihrer Anreise aus dem Ausland in den Tod. Sie kennt die Leidensgeschichte der Betroffenen kaum, andere Möglichkeiten zur Bewältigung des Leidens werden nicht angeboten, die Angehörigen nicht seriös einbezogen. Die Helfer zum Freitod kassieren pro Fall bis zu 500 CHF. Aktive Sterbehilfe wird so zum Geschäft. Das verstösst schon jetzt gegen den bestehenden Artikel 115 des STRGB und müsste strafrechtlich verfolgt werden. Die unwürdigen Vorgänge rund um die Sterbehilfe machen deutlich, dass unbedingt eine gesamtschweizerische Regelung getroffen werden muss.

Selbstbestimmung? Beim Recht auf selbstbestimmtem Sterben verstehen wir, dass Menschen bestimmen, welche medizinischen und pflegerischen Massnahmen sie im Sterbeprozess in Anspruch nehmen wollen. Das Recht auf Suizid geht jedoch einen gefährlich grossen Schritt weiter. Die Befürworter des Sterbetourismus haben nicht gefragt, wieweit Menschen, die beispielsweise in einer schweren depressiven Krise stecken, überhaupt selbstverantwortlich entscheiden können. In Basel ist uns ein Fall bekannt, wo nur das beherzte Einschreiten von Freunden, eine junge depressive Frau in letzter Minute aus den Fängen einer Sterbehilfeorganisation rettete.

Liebende Begleitung. Als Gesellschaft sind wir herausgefordert, den Fokus auf eine liebende und menschenwürdige Begleitung anstatt auf „Tod als schnelle Erlösung“ zu legen. Da ist z. B. das Lighthouse in Zürich bewundernswert! Diese Institution leistet im Begleiten von todkranken Menschen eine beachtliche Arbeit! Die Palliativmedizin ist daher besonders gefordert, die hohen Erwartungen in eine menschenwürdige Betreuung am Lebensende noch besser zu erfüllen. Dementsprechend muss sie auch gefördert und finanziell gestützt werden. Das Leben und Sterben von einer Frau, die jahrzehntelang an Multiple Sklerose gelitten hatte und auf den Rollstuhl angewiesen war, ist uns ein Vorbild. Obwohl sie zuletzt nicht mehr sprechen konnte, hat sie durch ihre warme Ausstrahlung unzählige Menschen beschenkt. Das Ziel unserer Gesellschaft müsste doch sein, verzweifelten und kranken Menschen zu helfen, ihre Bestimmung im Leben wieder zu finden, damit eine Selbstbestimmung wachsen kann, welche nicht zum Tod zielt, sondern trotz Hindernissen in Verantwortung vor den Mitmenschen und vor Gott zu einem erfüllten Leben strebt.

Elisabeth Augstburger, Landrätin und Einwohnerrätin EVP Baselland

Annemarie Pfeifer, Grossrätin und Einwohnerrätin EVP Basel-Stadt

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