26.10.2008 15:42

Für eine wirkungsvolle Drogenpolitik

Die Schweizer Jugend ist Spitzenreiterin im internationalen Cannabisvergleich. 31% der Jugendlichen sollen schon Erfahrungen mit dem verlockenden Kraut gemacht haben. Eltern, Jugendarbeitende und Lehrervereinigungen sind besorgt.

 Lange Zeit wurden die Risiken des Cannabiskrauts wenig erforscht und verharmlost. So sank in den letzten Jahrzehnten das Einstiegsalter zum Kiffen auf gegen 12 Jahre. Unterdessen wurde breit geforscht und gross angelegte Studien zeigen die schädlichen Auswirkungen von Cannabis und schreckten die Fachwelt auf.

Nein zur Hanfinitiative

Cannabis ist nicht harmlos. Der THC-Gehalt ist heute 15-mal höher als in der Flower-Power-Generation vor 40 Jahren. Viele Lehrpersonen sind konfrontiert mit bekifften und dadurch denkgehemmten Schülern, die den Wissensstoff nicht mehr aufnehmen können. Wohl die schlimmste Folge auf psychischer Ebene ist die mögliche Auslösung von Psychosen, Depressionen und Ängsten. Tausende junger Leute sind durch den Cannabiskonsum lebenslang geschädigt worden. Daneben scheinen die körperlichen Nebenwirkungen beinahe harmlos, obwohl auch sie nicht zu unterschätzen sind:  Kopfschmerzen, Brechreiz, Allergien, gereizte Atemwege.

Eine Legalisierung würde ein falsches Signal setzen und Cannabis verharmlosen. Das bisherige Gesetz, das den Cannabisgebrauch  generell verbietet, aber gleichzeitig schon seit Jahren den Konsum von Kleinstmengen erlaubt, bietet schon heute eine Entkriminalisierung. Das generelle Verbot gibt die Möglichkeit zum Eingreifen mit Therapieangeboten. Die Initiative spricht zwar von Jugendschutz, aber sie bleibt dabei sehr vage. Gegen die Initiative zur Freigabe des Hanfkonsums spricht auch, dass dies nicht in die Verfassung gehört, sondern gesetzlich geregelt werden soll.

Ja zum revidierten Betäubungsmittelgesetz

Realitätsnahes Gesetz: Klare Vorgaben zum Jugendschutz bietet aber das  revidierte Betäubungsmittelgesetz über das wir gleichzeitig abstimmen. Es verfolgt die folgenden neuen Schwerpunkte:

1. Die Zielrichtung „Förderung der Abstinenz“ wird ausdrücklich erwähnt.

2. Kinder werden besser geschützt: Die Früherfassung soll deshalb verbessert werden, und härtere Strafen für die Abgabe und den Verkauf von Betäubungsmitteln an Kinder und Jugendliche sind vorgesehen.

3. Die bis jetzt als Pilotprojekt praktizierte Vier-Säulen-Strategie („Prävention“, „Therapie und Wiedereingliederung“, „Schadensminderung und Überlebenshilfe“ sowie „Kontrolle und Repression“) wird gesetzlich verankert. Diskussionspunkt ist dabei die kontrollierte Heroinabgabe. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass damit dem Drogenelend auf offener Strasse ein Ende gesetzt werden konnte. Eine Ausweitung der Heroinabgabe ist nicht zu befürchten, da die Einstiegsqoute glücklicherweise rückläufig ist. Auf die Ausweitung auf weitere Substanzen ist zu verzichten.

Das revidierte Gesetz bietet Regelungen für einen menschlichen Umgang mit Suchtkranken in einer unperfekten Welt. Abstinenz ist anzustreben, wird aber immer ein Fernziel bleiben.

Annemarie Pfeifer

Grossrätin EVP, psychologische Beraterin

 

 

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Topic: Nein zur Hanfinitiative

Datum: 08.01.2009

Autor des Beitrages: daniel

Titel: klein

itis too cool

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