20.12.2008 23:00

Die «vergessene» Hungerkrise

Artikel in der Basler Zeitung vom 16. Dezmeber 2008: Hunger – weil Nahrungsmittel zu Brennstoff verarbeitet werden. Zu Recht wurde dies in den Medien kritisiert. Die Schlagzeilen wurden durch neue abgelöst, doch die Hungerkrise verschärft sich weiter. Gegen 1 Milliarde Menschen, darunter 178 Millionen Kinder hungern – auch heute!

 

Kinder sind besonders betroffen. Die Hungerkrise wird durch die Finanzkrise noch verstärkt. Laut einer UNICEF-Studie ist in den Entwicklungsländern jedes vierte Kind unter fünf  Jahren untergewichtig, viele davon in einem lebensbedrohlichen Ausmass. Auf jedes sichtbar untergewichtige Kind kommen viele weitere Kinder, welche unter einem chronischen Mangel an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen leiden - mit  gravierenden Folgen. Laut UNO sind jährlich 37 Millionen Neugeborene wegen Jodmangel von geistiger Beeinträchtigung bedroht. Schon im Kleinkindalter werden durch Mangelernährung ungünstige Weichen gestellt. Zusätzlich wird für unterernährte Kinder eine normale Erkältung zur lebensbedrohenden Krankheit.

Allein in der ersten Hälfte des laufenden Jahres verdoppelten sich die Kosten für Reis, Weizen und Mais. Viele arme Menschen können sich deshalb nicht mehr genügend Grundnahrungsmittel leisten. Die Gründe sind vielfältig: Verarbeitung von Grundnahrungsmittel zu Treibstoffen, schlechte Ernten wegen klimabedingter Naturkatastrophen, höhere Produktions- und Transportkosten wegen höherer Ölpreise. Die Schweizerische Allianz gegen Hunger nennt zusätzlich unfaire Handelsstrukturen und die Spekulation mit Nahrungsmittel. Das Leben der Kinder bedrohen weitere Faktoren wie unhygienische Lebensverhältnisse, mangelnde Bildung, HIV/Aids oder Krankheiten wie Malaria und Durchfall, welche den Kindern Nährstoffe entziehen.

 

Hilfe weiterführen: Die Finanzkrise betrifft die Armen am stärksten. Während wir den Gürtel etwas enger schnallen müssen, geht es bei vielen Menschen um die Existenz. Deshalb ist es wichtig, dass die Staatengemeinschaft nicht auf Kosten der Ärmsten spart. Ein erfreuliches Weihnachtsgeschenk ist der Entscheid des Nationalrats, welcher die Ausgaben für Entwicklungshilfe auf 0.5% des Bruttonationaleinkommens (BNE) erhöht.

Besonders wirksam ist die gezielte Hilfe durch Hilfswerke. Weltweit tätige Hilfswerke haben bereits Massnahmen eingeleitet. UNICEF knüpft mit Sofortmassnahmen ein Sicherheitsnetz für eine gesunde Ernährung der Kinder, beispielsweise mit besserer Betreuung von schwangeren Müttern und der Verteilung von Nahrungsmitteln und Eisen- und Vitamintabletten. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt das Hilfswerk World Vision, das in breit angelegten und auf Kinder ausgerichteten Regionalentwicklungsprojekten eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen anstrebt. Die Förderung der Nahrungssicherheit ist dabei eine besondere Herausforderung.

Neben der Hilfe zur Selbsthilfe braucht es aber politische Weichenstellungen für einen gerechten Welthandel, welche auch dem Wohl der Armen Rechnung tragen.

 

Annemarie Pfeifer, Präsidentin World Vision Schweiz, Grossrätin EVP

 

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